The European Litter Prevention Association

Positive Maßnahmen

Vermüllung ist ein Sozialverhalten, dass nur durch soziale Maßnahmen geändert werden kann. Positive Maßnahmen können die Bürger ermutigen, ihren Müll in verantwortungsvoller Art und Weise zu entsorgen. Beispiele dafür wären die Sensibilisierung für das Problem, das wilder Müll darstellt, die Förderung einer größeren Wertschätzung der eigenen Umwelt, die Beteiligung der Gemeinschaften an der Entwicklung lokaler Lösungen und vieles mehr.

Bürgersinn

• Eine von vielen Möglichkeiten der Bekämpfung des Problems von wildem Müll ist die Entwicklung eines stärkeren Bürgersinns. Ziel ist ein stärkeres Bewusstsein der Bürger für die Bedeutung ihrer lokalen Gemeinschaften und ihrer lokalen Umwelt. Der Schwerpunkt dieser Programme kann direkt auf wilden Müll gelegt werden (z. B. durch Müllsammelaktionen) oder die Reduzierung von wildem Müll im Rahmen breiter Bemühungen umfassen, bei denen der Fokus auf anderen sozialen Elementen liegt, die Gemeinschaften zusammenbringen (z. B. Wettbewerbe zur Verschönerung von Städten und Dörfern durch Blumen).
• In Irland wurde vor mehr als 50 Jahren das Programm „Tidy Towns“ (Saubere Städte) ins Leben gerufen, um die Gemeinschaften zu ermutigen, sich um ihre lokale städtische Umwelt zu kümmern. Die Gemeinschaften nehmen an einem landesweiten Wettbewerb mit dem Motto „Make your place a better place“ (Mache deinen Ort zu einem besseren Ort) teil, der zum Ziel hat, langfristig einen positiven Wandel herbeizuführen. Die Dauerhaftigkeit und die Teilnehmerquoten der Tidy Towns-Initiative bestätigen ihren Erfolg.
• Die niederländische Organisation zur Vermeidung von wildem Müll, „Nederland Schoon”, konzentriert ihre Kommunikationsmaßnahmen auf das Konzept „Unterstützer der Sauberkeit/Schönheit“.

Müllsammelkampagnen

• Wilder Müll kann jahrelang die Umwelt verschandeln und ihr Schaden zufügen. Für den Fall, dass sich eine erhebliche Menge an wildem Müll an einem bestimmten Ort angesammelt hat, kann eine Müllsammelaktion die einzige Möglichkeit sein, diese Umwelt wieder zurückzugewinnen. Natürlich kann die Beseitigung des Mülls, den andere Bürger hinterlassen, nicht die Lösung für das Problem von wildem Müll darstellen. Allerdings sensibilisieren Müllsammelkampagnen die Bürger für das Problem von wildem Müll und regen sie dazu an, über ihr eigenes Verhalten nachzudenken. Müllsammelaktionen sind überdies ein wirksames Mittel, um Gemeinschaften zusammenzubringen und durch die Stärkung sozialer Bindungen die Wertschätzung der Bürger für ihre gemeinsame Umwelt zu erhöhen. Nahezu alle unsere Mitglieder unterstützen oder koordinieren Müllsammelaktionen zu verschiedenen Zeiten des Jahres.

Partnerschaften

• Zukunftsorientierte Unternehmen erkennen, dass sie eine gemeinsame Verantwortung für die Reduzierung von wildem Müll tragen. Einige entscheiden sich dafür, mit uns eine Partnerschaft einzugehen, um für die Botschaft der Müllprävention zu werben. Angesichts der vielen negativen Assoziationen im Zusammenhang mit wildem Müll haben Unternehmen, deren Marken potenziell ein sichtbarer und identifizierbarer Teil des wilden Mülls sind, ein zusätzliches Interesse an der Zusammenarbeit mit Organisationen, die im Bereich der Vermeidung von wildem Müll tätig sind, um verantwortungsbewusstes Verhalten der Bürger zu fördern. Denn es sind Bürger, nicht Unternehmen, die wilden Müll hinterlassen.
• McDonald's arbeitet beispielsweise aktiv an der Vermeidung von wildem Müll, indem es so genannte „Litter Patrols“ (Müllpatrouillen) eingeführt hat, bei denen Mitarbeiter oder Unterauftragnehmer die Aufgabe erhalten, wilden Müll im Umkreis ihrer Restaurants aufzusammeln. Die Müllpatrouillen von McDonald's haben außerdem im Rahmen umfassender Müllsammelkampagnen mit Organisationen, die im Bereich der Vermeidung von wildem Müll tätig sind, zusammengearbeitet.

Erfolge

• Die wilde Müllablagerung in der städtischen und ländlichen Umwelt ist ein komplexes verhaltensbezogenes Problem, das die Mitgliedsorganisationen von Clean Europe Network seit Jahrzehnten durch kontinuierliche Informationsvermittlung, Bildung und Kommunikationsmaßnahmen bekämpfen. Auch in der Zusammenarbeit mit lokalen Behörden zur Verbesserung von Müllsammelaktionen ist viel erreicht worden. Während dieser Zeit haben die im Bereich der Müllvermeidung tätigen Organisationen einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Umweltbedingungen zugunsten vieler Europäer beigetragen.
• Aufgrund der sozialen Dimensionen und der Auswirkungen des Problems des wilden Mülls kann der Prozess zur  Vermeidung dieses Mülls nur schrittweise in Angriff genommen werden. Es handelt sich um eine Herausforderung, die sich stetig weiterentwickelt. Die Mitglieder von Clean Europe Network werden ihren Kampf gegen das Problem des wilden Mülls voraussichtlich auf absehbare Zeit weiterführen müssen, insbesondere, da immer mehr Europäer mobil leben, essen und trinken. Jeder Strand, jede Straße, jeder Park und jeder andere öffentliche Ort, an dem kein wilder Müll abgelagert ist, ist ein Gewinn! Wenn die Bürger davon überzeugt werden, verantwortungsbewusst zu handeln und keinen wilden Müll zu hinterlassen, bringt die Umwelt ohne wilden Müll einen gesellschaftlichen Nutzen, der nicht als selbstverständlich betrachtet werden sollte. Viel wurde bereits erreicht, doch bleibt auch noch viel zu tun.